Meine Versicherung meldet Insolvenz an

Die Gefahren einer Versicherungsinsolvenz sind keineswegs von der Hand zu weisen. Dank speziellen Fonds gibt es jedoch in aller Regel einen weitestgehenden Schutz für deutsche Versicherungsnehmer.

Die Finanzkrise zeigt es immer wieder: Auch renommierte Unternehmen sind vor den Gefahren einer Insolvenz keineswegs gefeit. Doch wie bekommt man im Falle einer zahlungsunfähigen Versicherung sein Geld zurück?

Wie liquide sind Versicherungen?

Der zweite umfangreiche Stresstest, der nach der Finanzkrise durchgeführt wurde, hat offenbart, dass rund 10 % aller europäischen Versicherungsunternehmen in einer neuerlichen Krisensituation in finanzielle Probleme geraten würden. Als eine Krisensituation wurde dabei ein beträchtlicher Zinsrückgang von etwa 1,25 %, ein Preisverfall der Gewerbeimmobilien von 25 % oder ein Einbruch der Aktienkurse um etwa 15 % angesehen. Die größte Schwachstelle lag dabei in einer recht schwachen Eigenkapitalausstattung sämtlicher gefährdeter Unternehmen. Häufig fiel diese sogar so gering aus, dass nicht einmal die Solvency-II- Rahmenrichtlinien, welche von der EU-Kommission ausgearbeitet wurden, erfüllt wurden. Das Risiko einer Insolvenz bei Versicherungsunternehmen ist also nicht von der Hand zu weisen.

Auffanggesellschaft für Insolvenzfall

Grundsätzlich können deutsche Versicherungsnehmer beruhigt sein: Denn die Anbieter werden laufend von der BaFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kontrolliert. Zudem gibt es seit Ende 2004 im Bereich der Lebens- und Krankenversicherungen so genannte gesetzliche Sicherungsfonds. Hierfür wurde eigens die Protektor Lebensversicherungs-AG gegründet, welche als Auffanggesellschaft in einem Insolvenzfall die Gelder zurückerstattet. Somit sind sämtliche Ansprüche der Versicherungsnehmer garantiert, geschützt und sämtliche Leistungen für Risikoschutz und Altersvorsorge können auch weiterhin in vollem Umfang angeboten werden.

Erste Kostenübernahme durch Garantiefonds

Wer nach einem Unfall einen Schadensersatzanspruch erfüllen muss, aufgrund der insolventen Versicherung jedoch zahlungsunfähig ist, kann dank des Garantiefonds der Verkehrsopferhilfe zunächst beruhigt sein. Diese kommt grundsätzlich für Fremdschäden in Höhe der gesetzlichen Mindestversicherungssummen auf, dies geschieht auch dann, wenn das Unfallopfer über eine Vollkaskoversicherung verfügt. Allerdings kann dieser Fonds verlangen, dass die Aufwendungen von dem Versicherungsnehmer ersetzt werden. Dies ist bis zu einem Betrag in Höhe von 2500 € möglich. Wenn über eine insolvente Kaskoversicherung verfügt, welche für die Reparaturkosten plus Fahrzeugs nicht aufkommen kann, muss leider sehr tief in die Tasche greifen. Eine letzte Hoffnung besteht lediglich in der Anstrengung eines Insolvenzverfahrens.

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